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Asmāʾ al-Husnā – die Drehscheibe

Dreh den äußeren Ring zu dem, was dich gerade beschäftigt. Im Fenster erscheint ein Name Allahs. Unten findest du einen passenden Vers aus dem Koran.

Ziehen, antippen oder mit den Pfeilen drehen.

Impuls:

Zur Methode: Warum eine Drehscheibe?

Die Drehscheibe macht eine Verbindung sichtbar: Eine Lebenslage und ein Name Allahs gehören zusammen. Die Lernenden stellen diese Verbindung selbst her, indem sie drehen. Das Material bleibt überschaubar, weil immer nur ein Name im Fenster steht.

Einsatzideen

  • Einstieg: „Wie geht es dir gerade?“ Jede und jeder dreht still zur eigenen Lage und liest den Vers für sich.
  • Rätselmodus in Partnerarbeit: A dreht zu einer Lage, B vermutet einen passenden Namen. Erst danach wird aufgedeckt. Andere Vermutungen sind ausdrücklich erlaubt, wenn sie begründet werden.
  • Schreibimpuls: Die Impulsfrage als kurzer Tagebucheintrag oder als Gesprächsanlass.
  • Transfer: Die Lernenden basteln eine eigene Scheibe mit weiteren Namen und Lebenslagen und belegen jede Zuordnung mit einem Vers.

Worauf achten

  • Die Zuordnung ist ein Vorschlag, kein Rezept. Allah ist nicht für ein bestimmtes Gefühl „zuständig“, und jeder Name öffnet mehr als eine Lebenslage.
  • Lagen wie Verlust, Schuld oder Verletzung können persönlich sein. Äußerungen dazu bleiben freiwillig. Niemand muss vorlesen, wo er gedreht hat.
Warum gerade diese 13 Namen?

Die Auswahl geht nicht von der Namensliste aus, sondern von den Fragen, die junge Menschen tatsächlich bewegen. Zu jeder Lebenslage wurde ein Name gesucht, der darauf antwortet. Dabei galten vier Kriterien:

  • Der Name steht im Vers. Das Wort auf der Scheibe findet sich in der angegebenen Koranstelle, so wird der Name im Koran selbst entdeckbar. Einzige Ausnahme ist al-ʿAlīm: In 2:216 steht die Wortwurzel als Verb („Allah weiß“). Der Vers wurde gewählt, weil er die Frage „Warum?“ besonders gut aufnimmt.
  • Namen der Zuwendung. Ausgewählt sind Namen, die Nähe, Liebe, Vergebung und Fürsorge zeigen. Das ist eine bewusste didaktische Auswahl für einen seelsorgerlichen Zugang. Namen der Majestät und Gerechtigkeit (etwa al-ʿAdl oder al-Qahhār) gehören ebenso zum Gottesbild und brauchen einen eigenen Zugang.
  • Feine Unterschiede zeigen. Drei Namen handeln von Vergebung und sagen doch Verschiedenes: al-Ghafūr deckt Schuld zu, al-ʿAfuww löscht sie ganz aus, at-Tawwāb nimmt die Umkehr an. Daran lässt sich zeigen, wie genau die Sprache des Korans ist.
  • Vom Namen zum eigenen Handeln. Die Impulsfragen führen weiter: Wer al-Wadūd kennt, kann Liebe zeigen. Wer as-Samīʿ kennt, kann zuhören. Wer asch-Schakūr kennt, kann danken. Die islamische Tradition nennt das at-takhalluq bi-akhlāq Allāh: sich die Eigenschaften Allahs, soweit es einem Menschen möglich ist, zu eigen machen. Al-Ghazālī hat seine Erklärung der schönsten Namen ganz auf diesen Gedanken aufgebaut.

Neben schweren Lebenslagen stehen bewusst auch Dankbarkeit und Staunen: Die Namen Allahs sind nicht nur Trost in der Not, sondern auch Sprache für die Freude. Mehrere Verse sind zudem mit Geschichten verbunden, etwa von Yūsuf, Ādam oder Khawla. Das gibt Anknüpfungspunkte für den weiteren Unterricht.